Viel gesehen, Schönes erlebt und manches gelernt.
Die diesjährige E-Bike-Tour der LandFrauen führte zunächst mit der Bahn nach Mögglingen, kurz vor Aalen. Von dort aus wurde geradelt über Abtsgmünd der Lein entlang auf den Spuren des Adelsgeschlechts von Woellwarth. Vorbei am Renaissance-Schloss Laubach und der geschichtsträchtigen Kirche in Leinroden – übrigens 1604 als eine der ersten evangelischen Kirchen in Württemberg errichtet – ging es ins Kochertal. Auf dem „Torsoweg“ konnten bemerkenswerte Skulpturen bestaunt werden, ehe man dann den „Grenzübertritt von Germanien ins römische Raetien“ wagte. Über Hüttlingen und mit Blick auf Burg Niederalfingen erreichte die Gruppe den Bucher Stausee zur ersten gemütlichen Rast. Weiter ging es nach Ellwangen, erhaschte noch Eindrücke vom Gartenschaugelände, um sich dann an der jungen Jagst ganz an der beschaulichen Natur zu erfreuen. Durch ihre hohe Wasserqualität ein besonderer Lebensraum für vielfältiges Fischaufkommen – vom Aal, über den Hecht bis zum Zander. Beim Halt an der Lobenhausener Mühle erinnerte man sich an die schwere Brandkatastrophe von 2015, die damals zu massivem Fischsterben infolge des verunreinigten Löschwassers führte.
Mit diesen besonderen Naturerlebnissen im Gepäck erreichten die Radlerinnen ihr erstes Etappenziel Crailsheim zur Übernachtung.
Am zweiten Tag hieß es zuerst, einem traditionellen Wahrzeichen der Crailsheimer – den „Horaffen“ – auf die Spur zu kommen, das dann auch als Gebäck in einer örtlichen Bäckerei gefunden und im Laufe des Tages genüsslich verköstigt wurde. Der Sage nach soll die Stadt einst durch ihre Bürgerinnen gerettet worden sein … erinnerte irgendwie an Schorndorf. Die weitere Tour auf schönen Radwegen war geprägt vom traumhaften Landschaftsbild in Hohenlohe und romantischen Residenzstädtchen wie Kirchberg an der Jagst, das schon von weitem mit seiner herrlich-erhabenen Schloss-Kulisse bezauberte. Zuvor hieß es noch an verwunschenen Orten wie dem Mistlauer Kirchlein Halt zu machen, mit seinen wunderschönen Freskenmalereien und dem besonderen Flügelaltar, der als Nachbildung in einer Garage bewundert werden konnte. Aber auch der große, an der Strecke gelegene, modern strukturierten landwirtschaftlichen Betrieb von Familie Blumenstock in Kleinallmerspann – mit seinen verschiedenen Standbeinen und der bewusst tierfreundlichen Kreislaufwirtschaft – beeindruckte die Radlerinnen. Bevor es zum Tagesendspurt ging nach Schwäbisch Hall, durfte ein Eis-Stopp im malerischen Vellberg nicht fehlen, das ebenfalls mit sehenswertem historischem Stadtkern zum Bleiben einlud.
Beim abschließenden Radeltag stand das letzte Drittel der insgesamt ca. 185 Kilometer auf der Tagesordnung – die Rückfahrt ins Remstal. Einerseits motiviert für die letzte Strecke, andererseits bedauernd, das besonders attraktive Schwäbisch Hall wieder verlassen zu müssen, wo man noch am Abend zuvor die lebendige Innenstadt mit Musical-Proben auf der Freitreppe genießen konnte. Mit letztem Blick auf die großartige Comburg führte der Weg noch ein ganzes Stück am Kocher entlang. Dabei galt es, auch eine herausfordernde und kurvenreiche Steigung mit über 17% zu meistern. Aber auch das wurde (der Sicherheit geschuldet) einzeln und mit Bravour geschafft und bei angenehmen Temperaturen ging es weiter Richtung Schwäbisch-fränkischer Wald durch das Glattenzainbachtal. Nachdem auch das historische Gaildorf mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer erkundet war, gab es noch einmal eine Überraschung. Bei einer Rast im Dornwiesenhof bei Mittelrot konnte man nach einem informativen Hofrundgang nicht nur das köstliche selbstgemachte Eis der Familie Schmidt genießen, sondern auch hier von verschiedenen beruflichen Standbeinen junger Frauen auf dem Land erfahren. So gestärkt lockte nach Fichtenberg der heimische Welzheimer Wald mit viel Schatten und auch Schotterwegen, bevor wollige junge Alpakas die Gruppe bei Kaisersbach begrüßte. So war es auch nicht mehr weit zum Welzheimer Biergarten, wo eine wunderschöne Radtour ohne Zwischenfälle und voller einmaliger Eindrücke ausklingen konnte.
Dankbar für die perfekte Organisation durch Ulli Wiertellorz und Heidi Unterberger, die die langjährige Serie der einstigen „Bio-Radtouren“ von Rosemarie Eisenbraun nun mit E-Bike fortführten, erreichte man am Abend wieder Schorndorf und Winterbach.
Helga Knauß-Auwärter













